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SIGNVERSE · Ausgangslage und Einschätzung

SIGNVERSE: Ausgangslage und Einschätzung

Worum es geht: SIGNVERSE ist Haralds Idee eines KI-Avatars für Österreichische Gebärdensprache (ÖGS), der nicht nur übersetzt, sondern als persönlicher Assistent antwortet. Träger wird die JUENG Innovation Lab GmbH, Chiara übernimmt die wissenschaftliche Leitung, Roman (bildstelle) die technische Seite plus Marketing. Diese Unterlagen sind unser gemeinsamer Arbeitsstand: auf dieser Seite die Ausgangslage und unsere Einschätzung, in der Navigation dazu das technische Konzept, der Klärungs-Katalog als Arbeitsliste und die technische Antwort auf Haralds neun Fragen.

Update 6. Juli 2026: Eure Fragebogen-Antworten sind eingearbeitet, und wir haben eine zweite, tiefe Recherche-Runde gefahren (Technik, Hardware, Daten, Testen, Markt, Kosten, alles mit geprüften Quellen). Das Ergebnis ist das technische Konzept und der Klärungs-Katalog mit allen offenen Punkten. Diese Seite hier bleibt als erste Einschätzung erhalten, einzelne Stellen sind unten entsprechend aktualisiert.

Kurzfazit

Die Idee ist stark und der Ansatz ist realistisch, wenn wir ihn richtig zuschneiden. Der Schlüssel ist, nicht alles auf einmal zu bauen und nicht bei null anzufangen, sondern auf offener Forschung aufzusetzen und die Kraft dort hineinzustecken, wo es für ÖGS wirklich noch nichts gibt. Genau das macht SIGNVERSE eigenständig und förderfähig.

Ist das technisch realistisch?

Ja. Die einzelnen Bausteine, die es braucht (Sprache-zu-Text, Sprachmodelle, 3D-Avatar, Bewegungsdaten), existieren alle und sind ausgereift. Die eigentliche Schwierigkeit liegt woanders: darin, Gebärdensprache als vollständiges visuell-räumliches System abzubilden, also Mimik als Grammatik, non-manuelle Signale, räumliche Bezüge und Rollenwechsel. Das ist genau der Punkt, den heutige Systeme am schlechtesten können, und damit euer Forschungsbeitrag.

Wie wir es bauen würden

Statt alles neu zu erfinden, setzen wir auf vorhandene, offen nutzbare Technik auf und bauen selbst nur das, was ÖGS ausmacht. Grob in Schichten:

Wichtig zu wissen (aktualisiert 6. Juli 2026): Das Projekt RoGSiLT von DFKI und Inria arbeitet an KI-Gebärdenübersetzung für die deutsche und französische Gebärdensprache, nicht für ÖGS. Unsere Verifikation zeigt: es ist erst im Juni 2026 gestartet, läuft drei Jahre, und veröffentlicht hat es noch nichts (Open Source ist bisher eine Absichtserklärung). Wir können also heute nicht darauf aufbauen, nur beobachten und die Methodik-Richtung übernehmen. Was es heute wirklich offen nutzbar gibt (eine frei lizenzierte Übersetzungs-Pipeline und einen DFKI-Avatar-Player, dem allerdings genau die Mimik fehlt), steht im technischen Konzept. Dass selbst dem DFKI die Gesichtsanimation fehlt, bestätigt: genau dort liegt unsere Forschungslücke.

Was euch stark macht

SIGNVERSE hat drei Dinge, die zusammen einen echten Vorsprung ergeben:

Was es schon gibt, und wie wir uns dazu stellen

In Österreich gibt es mit SiMAX (Firma sign time, Wien) bereits einen ÖGS-Avatar. Er arbeitet halb-automatisch: das System schlägt vor, ein gehörloser Übersetzer korrigiert, dann wird der Avatar erzeugt. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern zeigt, dass der Bereich ernst genommen wird. Wir treten nicht gegen die reine Übersetzungsforschung an, sondern positionieren uns bewusst dort, wo unser Mehrwert liegt: bei ÖGS, bei der Qualität der non-manuellen Ebene und beim persönlichen Assistenten.

Ein Grundsatz, der uns wichtig ist und der auch für Förderungen zählt: SIGNVERSE soll Dolmetscher:innen nicht ersetzen, sondern ergänzen. Der sinnvolle Einsatz sind wiederkehrende, planbare Inhalte (z.B. Amtsinformationen), nicht das Live-Dolmetschen in heiklen Situationen.

Die Punkte, die über Erfolg entscheiden

Vorschlag für den ersten Prototyp (aktualisiert nach euren Antworten)

Euer Wunsch ist der persönliche Assistent, und genau das bauen wir, aber für ein einziges, klar begrenztes Alltagsthema statt offen für alles: ein Assistent, der in ÖGS antwortet, mit festem Wortschatz, sauber durch alle Schichten, von der Übersetzerin abgenommen und mit gehörlosen Nutzern getestet. Drei Themen-Kandidaten stehen im Konzept (Gesundheit, Amtswege, Verkehr), die endgültige Wahl treffen die Fokusgruppen mit. Der Vorteil bleibt derselbe: überschaubarer Wortschatz, vorab sicherbare Qualität, hoher Nutzen, kein Haftungsrisiko. Die Notfallfunktion führen wir bewusst als spätere Stufe (die Verbände ziehen dort auch eine klare Linie).

Der Förderweg

Das Vorhaben passt gut in die österreichische F+E-Förderung, gestaffelt:

Eine harte Regel: Der Förderantrag muss VOR dem Projektstart raus. Förderungen gelten nur für Kosten nach der Einreichung. Also bitte noch nichts starten oder Geld ausgeben, bevor das geklärt ist.

Wie es weitergeht

Deine Antworten sind da und eingearbeitet, danke dafür. Der aktuelle Stand lebt jetzt in drei Dokumenten: dem technischen Konzept (wie wir bauen, was es kostet), der technischen Antwort auf deine neun Fragen, und dem Klärungs-Katalog als gemeinsamer Arbeitsliste von den kritischen Punkten bis zu den schnellen Gewinnen.

Zum technischen Konzept →

Zum Klärungs-Katalog →

Technische Antwort auf deine neun Fragen →