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Technisches Konzept · Stand 6. Juli 2026 · frisch verifiziert

So bauen wir SIGNVERSE

Das Konzept in einfacher Sprache: was wir bauen, wie es technisch funktioniert, was es kostet und wie wir beweisen, dass es wirkt. Jede Zahl hier stammt aus einer frischen Recherche vom 6. Juli 2026 mit geprüften Quellen. Was wir nicht sicher wissen, steht als offen dabei.

Wie dieses Konzept entstanden ist: sechs parallele Recherche-Läufe zu Stand der Technik, Hardware, Daten, Testen, Markt und laufenden Kosten, alle am 6. Juli 2026, alle mit Primärquellen. Zwei alte Annahmen wurden dabei korrigiert: Das DFKI-Projekt RoGSiLT ist erst im Juni 2026 gestartet und hat noch nichts veröffentlicht (wir können also heute nicht darauf aufbauen, nur beobachten). Und das EU-Projekt EASIER hatte ÖGS nicht dabei. Beides ändert nichts an der Richtung, aber es schärft sie.

Was wir bauen

Wir bauen keinen Avatar, der nur vorliest. Wir bauen den ersten Avatar, der in Österreichischer Gebärdensprache antwortet. Einen Assistenten. Zuerst für ein einziges, klar begrenztes Alltagsthema.

Die grüne Zone: was die Community erlaubt

Die Weltverbände der Gehörlosen (WFD) und der Dolmetscher (WASLI) haben klare Regeln veröffentlicht, wir haben sie im Original gelesen.

So funktioniert es technisch: fünf Schichten

Fertige Technik mieten, wo es sie gibt. Selbst bauen nur, was ÖGS ausmacht.

1

Zuhören

Gesprochenes oder getipptes Deutsch kommt rein. Spracherkennung mieten wir fertig (kostet etwa 0,3 Cent pro Minute). Eigene Server dafür lohnen sich erst ab etwa 70.000 Minuten im Monat, davon sind wir weit entfernt.

Fertige Technik, gemietet
2

Verstehen und übersetzen

Ein Sprachmodell bringt den deutschen Satz in die Struktur der ÖGS (eigene Grammatik, eigene Satzstellung). Das Regelwerk dafür bauen wir mit Chiara und der Übersetzerin. Kostenpunkt pro Anfrage: Bruchteile eines Cents, das ist kein Kostentreiber.

Gemietete KI plus unser ÖGS-Regelwerk
3

Gebärden zusammensetzen (das Herzstück)

Wir nehmen echte Gebärden mit gehörlosen Sprachprofis auf und bauen daraus ein Lexikon für unser Thema (300 bis 800 Gebärden). Das System setzt daraus Sätze zusammen, mit weichen Übergängen. Darüber liegt unsere Forschungsschicht: das Gesicht als Grammatik. Augenbrauen zeigen den Satztyp, Kopf und Blick zeigen Verneinung und Bezüge im Raum. Das kann bis heute weltweit kein System richtig, selbst das DFKI schreibt zu seinem eigenen Player: Gesichtsanimation fehlt noch. In einem begrenzten Thema mit überschaubaren Satztypen ist es machbar. Genau hier liegt der Förder- und Forschungskern von SIGNVERSE.

Selbst gebaut, auf offener MIT-Basis (spoken-to-signed-translation)
4

Zeigen

Ein 3D-Avatar spielt die Gebärden ab, und zwar am Gerät des Nutzers (Browser, Handy, Terminal), nicht auf unserem Server. Der Server schickt nur die Bewegungsdaten, ein paar Kilobyte. Das ist DIE Kostenentscheidung des Projekts: Server-Rendering würde 184 bis 889 Euro pro Monat und Grafikkarte kosten und mit jedem Nutzer teurer werden. Hand Talk beweist den Geräte-Weg mit 38.000 Gebärden, die sogar offline funktionieren. Als Avatar-Basis ist MetaHuman erste Wahl (seit 2025 frei nutzbar bis 1 Million Dollar Jahresumsatz, Mimik-Aufnahme per iPhone inklusive).

Bestehende 3D-Technik, clever eingesetzt
5

Lernen

Gehörlose Muttersprachler prüfen und korrigieren die Ausgaben, das System merkt sich Vorlieben pro Person (Tempo, Mimik-Stärke). Im Prototyp sind das Einstellungen, das echte Mitlernen kommt als Ausbaustufe. Das ist euer Satz „wir lernen mit dem Anwender“, sauber portioniert.

Community prüft, System lernt

Was es kostet (18 Monate, ehrliche Spannen)

Die überraschende Wahrheit der Recherche: Die Technik ist billig. Teuer sind Daten und Menschen.

BlockSpanneWas drin steckt
Studio und Hardware (einmalig)12.000 bis 15.000 EURMotion-Capture-Anzug plus Finger-Handschuhe (Rokoko-Bundle, 4.495 USD Listenpreis), iPhone für die Mimik, 2 Kameras, Licht, Arbeitsrechner
ÖGS-Daten für unser Thema60.000 bis 100.000 EURDer größte Posten: 9 bis 18 Studiotage mit gehörlosen Sprachprofis, Aufbereitung, faire Honorare, Einwilligungen. Mit der richtigen Bauart (Lexikon plus Vorlagen statt reinem KI-Training) drückbar auf 40.000 bis 60.000
Testen mit der Community25.000 bis 40.000 EURBeirat, Fokusgruppen, zwei Testrunden, große Abschluss-Studie, Dolmetschkosten nach amtlichem Satz (73,40 EUR/h netto ab 2026), Ethik-Votum
Technik-Betrieb komplett3.000 bis 12.000 EURAlle KI-Dienste, gemietete Trainingsläufe (ca. 50 bis 60 EUR pro Lauf), Hosting. Für die GESAMTEN 18 Monate
Summe dieser Blöckeca. 100.000 bis 167.000 EUROHNE Entwicklungs- und Koordinations-Personal
Was das für euer Budget heisst: Mit 100.000 Euro Eigenmitteln allein geht sich die Phase nicht seriös aus, denn das Personal (Technik, Wissenschaft, Projektleitung) kommt noch dazu. Mit Förderung (Zielkorridor 150.000 bis 250.000) geht es, wenn zwei Hebel gezogen werden: die sparsame Daten-Bauart (Lexikon plus Vorlagen) und die Uni-Graz-Partnerschaft (Studio, studentische Kräfte zu Forschungssätzen, Zugang zum bestehenden Grazer ÖGS-Korpus, Forschungsprivileg beim Datensammeln). Genau deshalb gilt: Antrag vor Projektstart, keine Ausgaben vorher. Späterer Betrieb ist günstig: ein Pilot mit bis zu 1.000 Nutzern kostet etwa 100 bis 600 Euro Technik pro Monat.

Beweisen statt behaupten: der Test-Fahrplan

Ob der Avatar verständlich ist, entscheiden gehörlose Menschen, keine technische Kennzahl.

Die Messlatte ist beziffert: Der SiMAX-Prototyp erreichte 2019 bei 247 Teilnehmenden nur 52 Prozent Verständlichkeit, eine aktuelle deutsche Avatar-Studie (2025) lag unter 50 Prozent. Ein eng geschnittener Assistent, der deutlich darüber liegt, ist ein veröffentlichbares Forschungsergebnis und das stärkste Verkaufsargument.

Fünf Entscheidungen vor der ersten Zeile Code

1. Das Thema wählen. Mit Chiara und den Fokusgruppen, nicht am Schreibtisch. Drei Kandidaten aus der Recherche: Gesundheit (Aufnahme, Entlassung, Aufklärung im Spital, ideal mit Uni Graz), Amtswege (Formular-Hilfe, wie es in Deutschland 70+ Kommunen kaufen), Verkehrs-Info im Dialog (ÖBB; die Wiener Linien sind an SiMAX vergeben).
2. Avatar läuft am Gerät, nicht am Server. Die Kosten-Weiche (siehe Schicht 4), einmal entschieden, immer günstig.
3. Daten-Bauart: Lexikon plus Vorlagen. Halbiert den Datenhunger, hält aber den Anschluss an spätere KI-Verfahren offen (das Zwischenformat bleibt gleich).
4. MetaHuman-Lizenz prüfen. Eine Klausel zur KI-Nutzung müssen wir vor der Festlegung lesen. Ersatzweg existiert (Character Creator 5, 299 USD).
5. Alle Zusagen schriftlich machen. Übersetzerin, Community, Uni Graz, Datenzugang. Solange das mündlich ist, steht der Antrag auf Sand.

Schnelle Gewinne (billig, sofort machbar)

Uni Klagenfurt anschreiben: Nutzungsvereinbarung für das ÖGS-Lexikon LedaSila (17.000+ Gebärden) klären. Ein Mail, großer Hebel für unsere Vokabular-Basis.
Eigenes öffentliches Versprechen veröffentlichen: ein kurzes Statement zum verantwortungsvollen Avatar-Einsatz, nach dem Vorbild von Kara (Neuseeland). Kostet fast nichts, baut Vertrauen VOR dem ersten Prototyp.
Leitfaden-Konformität ausformulieren: die Uni-Wien-Empfehlungen Punkt für Punkt zusagen, direkt ins Förderansuchen.
Profil auf der IÖB-Innovationsplattform anlegen: dort kaufen Behörden Innovation ein. SiMAX ist seit 2020 gelistet, ein moderner zweiter ÖGS-Anbieter fällt auf.
ORF-Gespräch anbahnen: der ORF produziert über 850 Stunden ÖGS pro Jahr. Als Datenquelle nur per Vertrag nutzbar, das Vorbild dafür existiert (Schweizer Fernsehen hat es für die Forschung erlaubt). Türöffner: Uni Graz.
Ethik-Antrag über die Uni Graz einreichen: klärt nebenbei, wie ernst die Kooperation ist.
netidee-Termine prüfen: die beste kleine Förderschiene (bis 60.000 EUR) für genau solche Projekte.

Ehrliche Risiken

Daten-Engpass: qualifizierte gehörlose ÖGS-Fachkräfte sind wenige, Aufbereitung wird immer unterschätzt. Gegenmittel: vorgeschriebene Sätze statt freier Rede, die ersten zwei Studiotage als Messlauf.
Vertrauen der Community: Avatare sind in Österreich vorbelastet (öffentliche Kritik an SiMAX seit 2019). Gegenmittel: Beirat mit echter Macht, bezahlte Rollen, öffentliches Statement, nur dorthin gehen, wo sonst keine ÖGS ist.
Das Gesicht ist Forschung: Mimik als Grammatik kann scheitern, deshalb ist es ja förderfähig. Gegenmittel: das enge Thema begrenzt die Satztypen auf eine beherrschbare Menge.
Datenschutz: Gebärdenvideos zeigen zwingend das Gesicht. Widerrufbare Einwilligungen und die Frage „was passiert mit trainierten Modellen bei Widerruf“ vorab anwaltlich regeln.
Tempo des Markts: Ende 2025 hat eine US-Firma das bekannteste offene Projekt gekauft, alangu wächst in Deutschland. Gegenmittel: unser ÖGS-Datenfundament als Besitz, gestufte Förderung, Architektur von Anfang an DGS-anschlussfähig (Deutschland ist der 8-mal größere Nachbarmarkt).

Der nächste Schritt

Alles Offene haben wir in einen Klärungs-Katalog gepackt: von den kritischen Punkten, die den Antrag blockieren, bis zu den schnellen Gewinnen. Mit Zuständigkeiten für Harald, Chiara und Roman, zum gemeinsamen Abhaken.

Zum Klärungs-Katalog →

Technische Antwort auf die neun Fragen →

Dieses Konzept ist Romans technische Einschätzung auf Basis der Recherche vom 6. Juli 2026 (sechs Berichte mit Quellen, intern abgelegt), kein wissenschaftliches Gutachten. Detailzahlen und Quellen: `konzept-technik.md` plus `recherche/05` bis `recherche/10` im Projektordner.
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